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Vulnerabilität von Räumen — Raumbeispiele (Naturgefahren)

**(2)** an mindestens einer der ausgewählten Landschaften (Vulkan, Fluss, Glazial, Küste, Karst) die **Verwundbarkeit dieses Raumes und der dort lebenden Gesellschaft durch Naturgefahren erläutern** sowie **mögliche Maßn

concept vulnerabilitaetraumbeispielevulkanismusglazialmorphologie VULNERABILITÄT & RESILIENZ · erstellt 2026-09-27 · aktualisiert 2026-10-16
Inhalt

Rahmen (Bildungsplan LK §3.5.2.1)

Der Bildungsplan Geografie LK BW konkretisiert die Verwundbarkeits-Aufgabe so:

(2) an mindestens einer der ausgewählten Landschaften (Vulkan, Fluss, Glazial, Küste, Karst) die Verwundbarkeit dieses Raumes und der dort lebenden Gesellschaft durch Naturgefahren erläutern sowie mögliche Maßnahmen zur Stärkung der Resilienz im Rahmen einer nachhaltigen Entwicklung beurteilen.

Daraus folgt: Je ein pro Landschafts-Typ — oder ein vertieftes Beispiel — genügt.


Beispiel 1: Vulkanische Räume

→ vulnerabilitaet-vulkanraume (separater Artikel)

Kurz:

  • Vulkanausbrüche, Lahare, Aschefall → Gefahren für Fläche, Bevölkerung, Wirtschaft,

Flugverkehr.

  • Vulnerabilitätsfaktoren: Bevölkerungsdichte nahe Vulkan, Wirtschaftsstruktur,

frühere Erfahrung, Flugverkehr-Anbindung.

  • Maßnahmen: Evakuierungplan, Observatorien, Flugverkehr-Info, Aschkompensation,

Siedlungssteuerung.


Beispiel 2: Glazialräume

Was ist das Hazard?

  • Gletscherabbrüche und Gletscherlawinen: Eis- oder Felsmassen können abstürzen und

Menschen, Verkehrswege und andere Infrastruktur gefährden.

  • Gletscherseeausbruch (GLOF): Ein Gletschersee kann plötzlich ausbrechen, etwa wenn ein

Eis- oder Moränendamm versagt, und flussabwärts eine Überschwemmung auslösen.

  • Auftauender Permafrost: Kann Hänge destabilisieren und Steinschlag oder Rutschungen

begünstigen; betroffen sein können etwa Straßen und Skilifte.

  • Solifluktion: langsames hangabwärtiges Fließen wassergesättigter Böden, besonders über

gefrorenem Untergrund; sie kann Böden und Infrastruktur beeinträchtigen.

Vulnerabilitätsfaktoren in Glazialräumen

  • Tourismusabhängigkeit: Skigebiete und Gletschertourismus sind von der Entwicklung der

Gletscher abhängig; Veränderungen können Arbeitsplätze und regionale Einkommen betreffen.

  • Infrastruktur: Straßen, Bahnlinien und Siedlungen in Tälern können durch Lawinen,

Massenbewegungen und Hochwasser gefährdet sein.

  • Wasserressourcen: Gletscherschmelze verändert den Abfluss saisonal und langfristig.

Betroffen sein können auch weiter flussabwärts gelegene Räume.

  • Permafrost: Auftauender Untergrund kann Gebäude, Verkehrswege und Forschungsanlagen

destabilisieren.

Maßnahmen zur Resilienz

  • Früherkennung: Gletscherbewegungen und Gletscherseen mit Messungen, Satelliten und

Sensoren beobachten.

  • Gletscherseen: Gefahrenkarten, Warnsysteme und — wo geeignet — kontrollierte

Entleerungsmaßnahmen können Risiken mindern.

  • Lawinen: Vorhersagen und Warnsysteme nutzen sowie gefährdete Bereiche zeitweise sperren.
  • Raumplanung: Neue Bebauung in Gefahrenzonen begrenzen und, wo nötig, Rückzug erwägen.
  • Permafrost: Fundamente und Infrastruktur an auftauenden Untergrund anpassen.
  • Wirtschaft: Angebote diversifizieren und weniger abhängig vom Gletschertourismus werden.

Beispiel 3: Flusslandschaft (Überschwemmung)

(Hier als Vergleichs-Element, auch wenn nicht explizit im engeren Themenfeld des Nutzers,

aber bildungsplankonform. Der Bildungsplan nennt „Flusslandschaft“ explizit.)

  • Hazard: Überflutung, Hochwasser, jährliche/über die Jahre.
  • Vulnerabilität: Siedlung in flachen Tälern, Landwirtschaft (abhängig von Wasser),

Industrie/Wasser, Unterschwemmung von Infrastruktur.

  • Resilienz-Maßnahme: Auenrenaturierung (Ökotone), Hochwasser-Rückhaltebecken,

Deich-Betrieb, Warnsysteme, Landnutzungssteuerung.


Beispiel 4: Küsten-landschaft (Küstenerosion, Sturmflut)

  • Hazard: Küstenerosion, Sturmflut (in BW-relevant: Nord-/Ostsee; indirekt im Lehrplan).
  • Vulnerabilität: Küstensiedlungen, Tourismusinfrastruktur, Landverlust,

Salzwässer-Anhebung durch Klimawandel.

  • Maßnahmen: Kliff-Abwehr, Küstenlinie – Rückzug/Anpassung (Coastal-Management-Pläne),

Deiche, Sand-Aufschüttung, Pausen-Bufferzone, Küstenschutz.


Bildungsplan-operationalisieren

Schüler-Aufgaben (typisch LK-Aufgabe):

  1. Wählen Sie eine Landschaft (z.B. Glaziallandschaft) aus.
  2. Erklären Sie die wichtigen Reliefformen (Trogtal, Moränen, Zungenbecken, Sander).
  3. Erläutern Sie die Naturgefahren, die in diesem Gefüg auftreten können.
  4. Analysieren Sie die Verwundbarkeit des Raumes (wer / was ist gefährdet, unter welchen

Bedingungen, warum).

  1. Beurteilen Sie Maßnahmen, die die Resilienz verbessern und nachhaltig Entwicklung fördern.

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