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Vulkanarten — Formen und Typen

Quellen: YouTube (Animationen/Erklärungen), Wikimedia Commons (Bilder/Diagramme, meist CC BY-SA / Public Domain), Unsplash (Fotografien, free to use). Alle Links führen zu externen Plattformen.

entity vulkanismusraumbeispiele VULKANISMUS (Formen und Prozesse) · erstellt 2026-09-27 · aktualisiert 2026-10-16
Inhalt

Einordnung

Die Form eines Vulkans wird durch Magmazusammensetzung, Eruptionsstil, tektonischen Kontext

und geologische Entwicklung geprägt. Der Bildungsplan LK § 3.5.2.1 nennt Schichtvulkan,

Schildvulkan, vulkanische Decke, Maar, Caldera und Hot Spot. Ein Hot Spot ist dabei ein

geodynamischer Kontext und keine Vulkanform.


1. Schichtvulkan (Stratovulkan)

Merkmale

  • Aufbau: abwechselnde Schichten von Lava (dunkel, härter) und pyroklastischem Material

(hell, löchrig) — daher „Schicht“.

  • Form: meist ein steiler, konischer Aufbau, oft mit Hängen von bis zu 30–35°.
  • Magma: Häufig andesitische bis rhyolithische Magmen mit höherem Siliziumdioxidgehalt;

hohe Viskosität und gelöste Gase können explosive Ausbrüche begünstigen.

  • Eruptionsstil: Wechsel zwischen effusiven und explosiven Phasen; bei explosiven

Ausbrüchen können Aschefall, pyroklastische Dichteströme und Lahare auftreten.

  • Höhe: variiert stark; Cotopaxi erreicht etwa 5.897 m, Mount Fuji etwa 3.776 m.

Entstehungsmechanismus (Subduktionszone)

  1. Die abtauchende ozeanische Platte gibt in der Tiefe Fluide frei.
  2. Diese senken den Schmelzpunkt im darüberliegenden Mantelkeil und fördern dort partielle Aufschmelzung.
  3. Magma steigt auf und kann sich in der Erdkruste durch Abkühlung und Kristallisation weiterentwickeln.
  4. Wiederholte Ausbrüche lagern Lava und pyroklastisches Material ab und bauen den Vulkan auf.

Beispiele

VulkanRegionHöheBesonderheit
Mount St. Helens (USA)Kaskadenkette, USA2.549 mAusbruch 1980 mit seitlicher Explosion und Schuttlawine
Mount Fuji (Japan)Honshū, Japan3.776 mAktiver Vulkan und bedeutendes kulturelles Symbol
Ätna (Sizilien)Italienetwa 3.300 m (Höhe veränderlich)Aktiver Vulkan mit effusiven und explosiven Ausbrüchen
Vesuv (Italien)Neapelbucht1281 m79 n. Chr. — Pompeji, Herculaneum; historisch zentrale Referenz
Cotopaxi (Ecuador)Anden5897 mEtagenprofil ähnlich, hohe Lahare-Gefährdung
Krakatau (Indonesien)SundastraßevariabelAusbruch 1883 mit Tsunami und weitreichenden atmosphärischen Folgen

2. Schildvulkan

Merkmale

  • Form: breit und flach geneigt; die sanften Hänge erinnern an einen Schild.
  • Magma: meist dünnflüssiges, basaltisches Magma mit niedrigem Siliziumdioxidgehalt.

Es kann weit ausfließen und wiederholt dünne Lavaschichten bilden.

  • Eruptionsstil: überwiegend effusiv; Gase können leichter entweichen, doch explosive Aktivität ist ebenfalls möglich.

Explosionen selten, aber möglich (Feuerfontäne, gasgetriebene Ausbrüche).

  • Größe: Mauna Loa erhebt sich vom Meeresboden aus mehr als 9.000 m und zählt zu den

größten aktiven Vulkanen der Erde.

Entstehung (Hot Spot +/oder Rift)

  • Hot Spots und Riftzonen können den Aufstieg basaltischen Magmas begünstigen.
  • Lava breitet sich aus und bildet bei wiederholten Ausbrüchen übereinanderliegende Schichten.
  • Bewegt sich eine Platte über einen Hot Spot, kann eine Vulkankette entstehen. Die

Hawaii-Emperor-Kette umfasst die Hawaii-Inseln und setzt sich nach Nordwesten als

untermeerische Kette älterer Vulkane fort.

Beispiele

VulkanRegionHöheBesonderheit
KīlaueaHawaii, USAca. 1.247 mDer Puʻu-ʻŌʻō-Ausbruch dauerte von 1983 bis 2018; seither gab es episodische Ausbrüche.
Mauna LoaHawaii, USAetwa 4.169 mEiner der größten aktiven Vulkane der Erde
Mauna KeaHawaii, USA4.207 mRuhender Vulkan mit Spuren eiszeitlicher Vergletscherung
Island (Vulkane)IslandunterschiedlichHot Spot und Mittelatlantischer Rücken: Hekla, Katla, Eyjafjallajökull
Erta AleÄthiopienca. 613 mSchildvulkan, bekannt für zeitweise vorhandene Lava-Seen

3. Caldera

Merkmale

  • Definition: Großräumige Einbruchstruktur, die entstehen kann, wenn nach der Förderung

großer Magmamengen das Gestein über einem Magmareservoir absinkt.

  • Form: häufig ein kesselförmiger Krater, der sich später mit Wasser füllen kann (z. B. Crater Lake, Oregon).
  • Entstehungsmechanismus:
  1. Bei einem großen Ausbruch wird Magma aus einem Reservoir gefördert.
  2. Das darüberliegende Gestein kann daraufhin in den entstandenen Hohlraum einbrechen.
  3. Spätere Ablagerungen oder Wasser können die Caldera teilweise auffüllen.
  • Unterscheidung zum einfachen Krater: Eine Caldera ist eine großräumige Einbruchstruktur; ein Krater ist meist kleiner und liegt unmittelbar an einer Ausbruchsstelle.

Beispiele

CalderaRegionDurchmesserBemerkung
Crater LakeOregon, USA8–10 kmGefüllt mit Wasser, 7.700 Jahre alt, Mt. Mazama Kollaps
Santorin (Thira)Ägäis, Griechenland~10 kmBronzezeit-Eruption (~1600 v. Chr.), Auswirkungen auf Minoische Zivilisation
YellowstoneWyoming, USAetwa 70 kmCaldera-System mit hydrothermaler Aktivität
Long ValleyKalifornien, USAetwa 17 kmCaldera mit anhaltender seismischer und geothermischer Aktivität
Krakatau / Anak KrakatauIndonesien—Anak Krakatau entstand innerhalb der Caldera des Krakatau

4. Maar

Merkmale

  • Definition: annähernd kreisrunde Mulde, die häufig durch eine phreatomagmatische

Explosion entsteht.

  • Form: häufig eine annähernd kreisrunde, trichterförmige Mulde mit einem Tuffring.
  • Entstehung: Bei einer phreatomagmatischen Eruption trifft Magma auf Grund- oder

Oberflächenwasser. Die dabei entstehenden Dampfexplosionen können eine Mulde und einen

Ring aus ausgeworfenem Material bilden.

  • Ausfüllung: oft gefüllt mit Wasser → Maar-See.
  • Geologischer Kontext: Maare treten häufig in Intraplattengebieten auf, zum Beispiel

in der Eifel; sie sind nicht auf Plattengrenzen beschränkt.

Beispiele

MaarRegionDurchmesserBemerkung
Weinfelder MaarEifel, Deutschlandetwa 0,5 kmEines der Dauner Maare
Gemündener und Schalkenmehrener MaarEifel, DeutschlandunterschiedlichWeitere Maare der Vulkaneifel
Kilbourne HoleNew Mexico, USAetwa 1,6 kmMaar mit Xenolithen, die Hinweise auf den tieferen Untergrund geben

5. Vulkanische Decke (Lava-Decke / Flood-Basalte)

Merkmale

  • Ausgedehnte, meist flach lagernde Lavaablagerungen, häufig aus Basalt.
  • Sie entstehen durch großvolumige, überwiegend effusive Eruptionen, oft entlang von Spalten.
  • Typische Beispiele sind die Deccan Traps und die Columbia River Basalt Group.
  • Sehr große Eruptionsphasen können durch freigesetzte Gase Klima und Umwelt beeinflussen.

Beispiele

BasaltprovinzRegionBemerkung
Deccan TrapsIndienEntstanden vor rund 66 Millionen Jahren; zeitlich nahe der Kreide-Paläogen-Grenze
Columbia River Basalt GroupWashington und Oregon, USAMehrere Millionen Jahre andauernde Eruptionen im Miozän
Paraná-Etendeka-ProvinzSüdamerika und südliches AfrikaZusammengehörige Flutbasalt-Provinz, die durch die Öffnung des Südatlantiks getrennt wurde

6. Hot Spot (als Kontext-Kategorie im Bildungsplan)

Im Bildungsplan LK wird „Hot Spot“ neben Vulkanformen genannt. Er bezeichnet jedoch einen

geodynamischen Kontext und keine eigene Vulkanform. Hot-Spot-Vulkane können unterschiedliche

Formen annehmen; auf ozeanischer Kruste entstehen häufig Schildvulkane, während unter Kontinenten

auch siliziumdioxidreiche Magmen und Calderen vorkommen können.

Mechanismus:

  1. Anomal warmes Mantelmaterial kann lokal partielle Aufschmelzung auslösen.
  2. Magma steigt auf und kann an der Oberfläche ausbrechen.
  3. Bewegt sich eine Platte über eine länger aktive Schmelzquelle, kann eine Vulkankette mit

Altersunterschieden entlang der Kette entstehen.

Vergleichstabelle: Vulkantypen

MerkmalSchichtvulkanSchildvulkanCalderaMaarVulkanische Decke
Formmeist steiler Vulkankegelbreit und flach geneigtgroßräumige EinbruchstrukturExplosionskrater mit Tuffringausgedehnte Lavafläche
Typischer Prozesswechselnde Lava- und Tephraablagerungüberwiegend effusive LavaförderungEinsturz nach MagmenentleerungExplosion durch Magma-Wasser-Kontaktgroßvolumige Spalteneruptionen
Häufiger KontextSubduktionszonenHot Spots und Riftzonengroße Eruptionen und Kollapswasserführender UntergrundRiftzonen und basaltische Provinzen
BeispieleVesuv, Ätna, Mount FujiKīlauea, Mauna LoaCrater Lake, YellowstoneDauner MaareDeccan Traps, Columbia River Basalt Group

Quellen

Verknüpfungen


Bildreferenzen & Animationen

Quellen: YouTube (Animationen/Erklärungen), Wikimedia Commons (Bilder/Diagramme, meist CC BY-SA / Public Domain), Unsplash (Fotografien, free to use). Alle Links führen zu externen Plattformen.

🎬 Typen von Vulkanen – Übersicht (Next Generation Science)

Schildvulkan, Stratovulkan, Caldera, Cinder Cone, Fissur – mit Erklärung und Beispielen.

📸 Fotogalerie: Vulkanformen (Unsplash)

Freie Fotos von Schildvulkanen, Stratovulkanen und Calderas.

🖼️ Diagramme der Vulkanformen – Wikimedia Commons

Schemazeichnungen zu verschiedenen Vulkanformen.


Bildmaterial

🖼️ Bild (Wikimedia Commons)

Stratovulkan Mount St. Helens, USA (Public Domain / USGS)

Quelle: Stratovulkan Mount St. Helens, USA (Public Domain / USGS)

🖼️ Bild (Wikimedia Commons)

Olympus Mons auf dem Mars – größter bekannte Schildvulkan (NASA, Public Domain)

Quelle: Olympus Mons auf dem Mars – größter bekannte Schildvulkan (NASA, Public Domain)

📸 Fotos (Unsplash)

Fotogalerie: Fotogalerie: Vulkanlandschaften (Unsplash)

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