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Moränen und Gletscherformen — Typen, Entstehung, Bedeutung

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concept glazialmorphologieprozesse GLAZIALMORPHOLOGIE (Formen und Prozesse) · erstellt 2026-09-27 · aktualisiert 2026-10-16
Inhalt

Moränen und Gletscherformen — Typen, Entstehung und Bedeutung

Moränen (Gletscher-Lockerablagerungen)

Definition

Moränen sind die ungeschichteten Ablagerungen, die ein Gletscher hinterlässt —

eine Mischung aus allen Korngrößen (vom Ton bis zum Großblock), meist **unsortiert und

ungeschichtet**, im Gegensatz zu geschichtetem Geröll (z. B. Sander, Flussablagerungen).

Im Bildungsplan LK §3.5.2.1 wird der Begriff „Moräne“ überhaupt verwendet

(Grundmoräne, Seitenmoräne, Endmoräne).


Haupt-Moränen-Typen

1. Grundmoräne (Ground Moraine / Boden-Moräne)

  • Position: wird unter dem Gletscher abgelagert und kann nach dem Abschmelzen als

Grundmoränenlandschaft erhalten bleiben; sie ist nicht überall flächendeckend ausgeprägt.

  • Entstehung: langsame Ablagerung von Schutt und Erosionsmaterial am Gletscherboden;

die Gletschersohle sammelt das Material und lagert es beim Abschmelzen flächig ab.

  • Charakter: uneben, dicht gelagert; nach der Verwitterung oft günstige Böden
  • Typisches Bild: flache bis leicht wellige Flächen, graugelblich — die Grundmoräne

prägt weite Teile der Landschaft nach dem Eisrückzug

2. Seitenmoräne (Lateral Moräne)

  • Position: am Rand des Gletschers, an der Berghang-Seite.
  • Entstehung: Material (Steine, Schutt) wird an den Gletscherrand transportiert und

dort an der Gletscherkante abgelagert.

  • Charakter: entlang des Gletscherrands, oft eine lange Linie parallel zum Tal.
  • Wirkung: weist auf die frühere, größere Ausdehnung des Gletschers hin.

3. Endmoräne (Terminal Moräne / Stossmoräne)

  • Position: am vorderen Ende des Gletschers — dort, wo das Eis über längere Zeit stationär bleibt.
  • Entstehung: Das Eis transportiert Schutt an seinen Endrand; bleibt es stationär,

häuft sich das Material zu einem Wall (Kamm) an.

  • Bedeutung: Kenn-Zeichen für die maximale Ausdehnung des Gletschers

zu einer bestimmten Zeitphase. → ggf. mehrere Endmoränen-Sätze (für verschiedene

Phasen der Eiszeit).

  • Im Bildungsplan genannt als „Endmoräne“.

Weitere Glazial-Landformen (explizit im Bildungsplan oder üblich)

Talgletscher / Talgletscher

  • Form: ein Gletscher, der ein Tal ausfüllt, von höheren Niederschlagsgebieten (Zehrgebiet / Nährgebiet)

nach Talab fließt (Abflussrichtung).

  • Beispiele: Grosser Aletsch (Schweiz, 23 km lang), Gletscher an den Alpen.

Trogtal (glaziale Talstruktur)

  • Form: steil, U-T-förmig, typische Talform durch Gletscherabtrag.
  • Entstehung: Eis schmilzt Runnen, Ab-trag tief; im Vergleich zu V-Tal des Flusses.
  • Bildungsplan: Trogtal als Begriff genannt.

Kar (Ker) / Zirkus (Cirque)

  • Form: Halbschale-/ Kesselstruktur im Hochgebirge, oft mit steilen, gebrochenen

Felswänden, mit Moräne im unteren Teil.

  • Entstehung: Eis erodiert, runde Mulde an der Hochsee‑Region;

Entstehung durch Abrasion und Quarzmehl (Eisverdichtung zugespitzt).

  • Bildungsplan: Kar genannt (nicht zu verwechseln mit Karst!).

Zungenbecken

  • Form: Mulde am Gletschervorderenden, oft rund, vor dem Endrand.
  • vgl.: Glaziale Serie — glaziale-serie.

Höhe, Nährgebiet, Zehrgebiet

Der Bildungsplan LK nennt: Nährgebiet, Zehrgebiet

  • Nährgebiet (Akkumulationsgebiet): Bereich oberhalb der Gleichgewichtslinie, wo die

Schneemenge die Ablation übersteigt — Schnee wird zu Firn und Eis, der Gletscher wächst.

  • Zehrgebiet (Ablationsgebiet): Bereich unterhalb der Gleichgewichtslinie, wo mehr

Ablation (Schmelze) als Akkumulation herrscht — die Gletschermasse nimmt ab.

  • Gleichgewichtslinie (ELA): Linie, wo Akkumulation = Ablation — der jährliche

Balancepunkt. Wichtig für Gletscher-Monitoring.


Kompetenzbezug LK

Folgende Kompetenzen werden im LK erwartet (§3.5.2.1):

  • Verschiedene Moränen-Typen benennen, charakterisieren und erklären können.
  • Die glaziale Serie im Zusammenhang vorstellen (Zungenbecken → Endmoräne → Sander → Urstromtal).
  • Auf die Rolle von Vulnerabilität schließen können: Gletscher ablagerungen (Moränen)

können anfällig sein (Erosion, Hanginstabilität), Gletscherrückzug schafft

neue Gefährdungen (s. vulnerabilitaet-raumbeispiele).


Verknüpfungen


Bildreferenzen & Animationen

Quellen: YouTube (Animationen/Erklärungen), Wikimedia Commons (Bilder/Diagramme, meist CC BY-SA / Public Domain), Unsplash (Fotografien, free to use). Alle Links führen zu externen Plattformen.

🎬 Wie formen Gletscher die Landschaft? – Animation (geog.1)

Erosionsprozesse, Abrasion, Trogtal, Moränen, U-förmige Täler.

📸 Fotogalerie: Moränen, Gletscherformen (Unsplash)

Freie Fotos von Endmoränen, Seitenmoränen, medialen Moränen.

📸 Fotogalerie: Drumlins und glaziale Hügelformen (Unsplash)

Freie Fotos von Drumlins und vergleichbaren glazialen Formen.

🖼️ Kategorie: Glaziale Landformen – Wikimedia Commons

Bilder von Moränen, Drumlins, Urstromtäler, Zungenbecken und weiteren glazialen Formen.


Animationen

🎬 Gletscher verstehen – Mike Sammartano (moraines, drumlins, kessel)

🎬 Drumlins – Gletscherformen (drumlin identification demo)

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